Luftverschmutzung und die Belastung von Schulkindern

 

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird jede physikalische, chemische oder biologische Substanz, die die natürlichen Eigenschaften der Atmosphäre verändert, als Luftfremdstoff betrachtet. Die wesentlichen Luftfremdstoffe, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken, sind Schwebstoffe, Kohlenmonoxid, Ozon, Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid. Da man davon ausgeht, dass Kinder stärker auf die Umwelt reagieren und einen Großteil ihres Tages während der Unterrichtszeiten in der Schule verbringen, sind die Umweltbedingungen und das Verankern eines Luftqualitätsmanagements in Schulen von besonderer Bedeutung.

 

Die meisten Schulen weltweit verfügen über eine natürliche Belüftung der Klassenräume. Fehlen wesentliche Quellen für Luftfremdstoffe im Innenraum, gleichen sich die Konzentrationen, denen die Schüler ausgesetzt sind, in der Innen- und Außenluft an.

Da sich die Luftqualität auf die menschliche Gesundheit sowie die Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit auswirkt, ist es äußerst wichtig, das Bewusstsein für Luftqualität in der Bevölkerung zu verbessern und zugleich Strategien für das Luftqualitätsmanagement in Innen- und Außenräumen zu entwickeln. Diese Strategien sind eine wichtige Grundlage für die Konzeption gesundheitsfördernder und kosteneffizienter Schulgelände, Gebäude und Klassenräume. Darüber hinaus werden dringend Präventivmaßnahmen empfohlen, um die Belastung von Kindern in der Schule durch Luftfremdstoffe zu verringern, beispielsweise durch die Überwachung von Luftverschmutzungsquellen, der Lüftungstätigkeit und des Luftaustausches von Außen- und Innenluft im schulischen Umfeld.

 

Quellen für Luftfremdstoffe in Schulen

Die Luftverschmutzungsquellen in Innenräumen sind genauso bedeutend wie die bekannten Quellen in der Außenluft, z. B. der Straßenverkehr. In entwickelten Ländern zählen zu den verbreiteten Luftverschmutzungsquellen in Schulen Staub, Klassenraumaktivitäten wie Drucken und Malen, Reinigungsmittel, Heizung, Schädlingsbekämpfungsmittel und Schimmel. Die wichtigsten Luftverschmutzungsquellen im Außenraum sind der örtliche Verkehr, einschließlich der von Schulbussen und des öffentlichen Nahverkehrs. Auch Aktivitäten rund um den Schulbetrieb spielen eine Rolle, etwa Wartungs- oder Küchenarbeiten.

 

Die Belastung von Schulkindern

Die Hauptfaktoren, die die Belastung von Kindern durch Luftverschmutzung bestimmen, sind schulische und lokale Charakteristika, zu denen auch die örtliche Topographie und die Verkehrsbedingungen zählen. Städtische Schulen sind einer stärkeren Luftverschmutzung ausgesetzt als solche in ländlichen Gegenden mit wenig Verkehr.

Die Topographie des Schulgeländes, bauliche Hindernisse um das Schulgrundstück und vorherrschende Windverhältnisse wirken sich auf den Transport und die Verteilung der Luftverschmutzung aus und beeinflussen in der Folge die jeweilige Belastung der Schüler. Die Belastung der Kinder in den Klassenräumen und Mikroumgebungen innerhalb des Schulgebäudes ist komplizierter als im Freien. Die Innenraumbelastung an den Schulen wird durch die Unterrichtsausübung und Aktivitäten im Innenraum bestimmt, einschließlich Bau- und Dämmmaterialien, die Anzahl der Nutzer, die Raumgröße, die Klassenraumgestaltung (z. B. Wandverkleidung, Fußbodenbelag und Mobiliar) und die Luftwechselrate. Die Innenraumbelastungen können durch ein verbessertes Gebäude- und Belüftungskonzept geändert werden. Dazu gehören ein kontrollierter Luftaustausch und eine angemessene Gebäudeisolierung.

 

Gesundheitliche Bedenken

Kürzlich durchgeführte Studien über den Zusammenhang zwischen der Gesundheit von Kindern und der Luftqualität haben gezeigt, dass eine schlechte Luftqualität mit häufigerem Asthma und Rhinitis-Symptomen einherging, wobei Kinder mit einer bestehenden Allergie einem höheren Risiko ausgesetzt waren

Literatur

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