Luftreinigung

Ist das Erreichen einer hygienisch einwandfreien Raumluftqualität weder durch eine gezielte Auswahl von Bauprodukten und Mobiliar noch durch ein geregeltes Lüftungsverhalten möglich, kann das Ergreifen zusätzlicher Maßnahmen notwendig werden, um (zeitweise) erhöhte Konzentrationen an Luftfremdstoffen abzubauen.

Raumluftreiniger

Eine Möglichkeit kann das Aufstellen eines Raumluftreinigers sein. Diese arbeiten mit unterschiedlichen Techniken wie Photokatalyse, Elektrofilter, Plasma, UV, Ozonisierung oder verschiedenen Adsorptionsfiltertechniken. Bei letzteren besteht der Bedarf des regelmäßigen Filteraustausches. Die meisten Geräte beeinflussen weder den CO2-Gehalt noch den Feuchtehaushalt, was ggf. zusätzliche Maßnahmen erforderlich macht. Beim Betrieb eines Luftreinigers können sich neben den »Abbauprodukten« Kohlendioxid und Wasser ggf. weitere Substanzen bilden, die wieder an die Raumluft abgegeben werden. Formaldehyd ist eine dieser typischen Verbindungen. Technisch ausgereifte Luftreiniger können sich durchaus zur Verringerung von Luftfremd- oder Geruchsstoffen in der Raumluft eignen, sie dienen jedoch eher als ergänzende Maßnahme.

 

Funktionalisierte Oberflächen

Der Abbau unerwünschter Luftfremd- oder Geruchsstoffe kann auch über sogenannte funktionalisierte Oberflächen erfolgen. Solche Oberflächen (z.B. Wandfarben, Textilien etc.) adsorbieren in Luftfremdstoffe an ihrer Oberfläche festgehalten und bauen sie mit Hilfe eines Katalysators ab. Im Idealfall werden die Luftfremdstoffe dabei zu Kohlendioxid und Wasser »mineralisiert«.

Abbaureaktionen, die unter Labormaßstäben funktionieren, stoßen allerdings unter Realbedingungen häufig an Grenzen: So benötigen z. B. Photokatalysatoren Licht mit ausreichender Intensität der passenden Wellenlänge. Außerdem muss die Kontaktzeit der abzubauenden Substanz an der Oberfläche ausreichend lang sein. Da diese Voraussetzungen in der Praxis häufig nur unzureichend erfüllt sind, kann es zu unvollständigen Abbaurektionen kommen, deren Ergebnis dann Stoffe sein können, die den Katalysator »vergiften«, unangenehm riechen oder sogar gesundheitsschädlich sein können. Zudem ist bei manchen Produkten Selbstzersetzung beobachtet worden, die z. B. zur Bildung von Formaldehyd führen kann.

Für den Einsatz sollten daher nur Produkte ausgewählt werden, die unter praxisnahen Versuchsbedingungen ihre Innenraumverträglichkeit nachgewiesen haben.