Formaldehyd

Formaldehyd ist eine seit mehr als einem Jahrhundert industriell eingesetzte Verbindung und gehört seit vielen Jahren zu den bekanntesten Innenraumschadstoffen. 

Formaldehyd (auch: Methanal) ist chemisch gesehen der einfachste Aldehyd und ein farbloses Gas, welches einen stechenden Geruch aufweist. Bereits vor einigen Jahrzehnten wurde die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Freisetzung von Formaldehyd von Harnstoff-Formaldehyd-gebundenen Spanplatten gelenkt. Für die Verklebung von Holz sind Formaldehyd-Harnstoff-Harze aufgrund ihrer guten Wirtschaftlichkeit und günstigen Materialeigenschaften insbesondere bei Möbeln sehr beliebt. Allerdings zersetzen sich die Harze in der Gegenwart von Wasser (z. B. der Luftfeuchtigkeit) und geben dabei – über die gesamte Lebensdauer des Produktes – Formaldehyd an die Umgebung ab. Neben seinem Einsatz in Holzwerkstoffen wird Formaldehyd auch im Bereich der Konservierung und Desinfizierung verwendet. Die bekannteste Anwendung ist hierbei eine Lösung aus Formaldehyd und Wasser (»Formalin«) zur langfristigen Konservierung von Gewebe. Darüber hinaus wird Formaldehyd insbesondere durch Verbrennungsprozesse (z. B. Tabakrauchen, etc.) gebildet.

Seit 1977 existiert für Formaldehyd ein Richtwert für Formaldehyd in der Innenraumluft. Die Konzentration von Formaldehyd soll danach eine Konzentration von 0,1 ppm nicht überschreiten. Dies führte auch zur Einführung von Prüfkriterien für die Zulassung von Spanplatten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht auf der Basis von zwei bewertenden Studien einen Innenraumrichtwert von 0.1 mg/ (0,08 ppm) als ausreichend an. Nachdem Formaldehyd 2004 als humankarzinogen eingestuft wurde, wurden die vorhandenen Richtlinien erneut überprüft. Die Analyse verschiedener Studien bestätigte den bestehenden Innenraumrichtwert von 0,1 ppm